Abholung meiner ASH-31 Mi

Uups, jetzt ist’s passiert.

Ich habe zugesagt die ASH-31 Mi zu übernehmen.

 

Horky, der tschechische Hersteller dieses Modells, hat normalerweise eine ziemlich lange Lieferzeit. Ein Kollege vom Kollegen den ich zufällig kennenlernen durfte hatte die Horky-ASH-31 schon vor geraumer Zeit bestellt und wollte die Option nach einem Jahr Wartezeit nun wieder zurückgeben. Für mich hieß es also: sofort zugreifen oder diese Chance geht an dir vorüber. Und ich hab’ tatsächlich zugesagt. Bin ich noch zu retten?

 

Seit vielen Jahren (sehr vielen Jahren mittlerweile) mache ich meine Modelle selbst. Meistens wurde ein passender Rumpf ergattert und Flügel und Leitwerke dann in Eigenregie dazu hergestellt. Bei einigen Rumpfformen war ich durch die enge und langjährige Zusammenarbeit mit Harry Rosenthal auch maßgeblich beteiligt. So habe ich zum Beispiel beim Discus, beim Duo-Discus, bei der ASW-24 und bei der ASW-27 (alle Maßstab 1:3) mitgewirkt. Flügelbau? Kein Problem, habe ich doch in den Zeiten von ALRO-Modelltechnik einige hundert Tragflügel hergestellt.

Und nun investiere ich in so ein Projekt? Richtig: nicht mehr zu retten.

 

2 Monate vor Liefertermin konnte ich noch meine konkreten Vorstellungen zur Ausführung kundtun. So wollte ich meine ASH-31 Mi nicht in 4-fach-Kohle. Dieser Flügel ist dann brachial stabil, also für Vollgas konzipiert. Allerdings fürchtete ich dabei auch, dass die 25 kg Marke überschritten wird. Schließlich muss der Rumpf noch ein Klapptriebwerk mit sich führen. Außerdem bin ich eher der Typ der Super-Orchideen als Selbige einsetzt und nicht damit gnadenlos in der Gegend rumbolzen will. Normalen, gefühlvollen Kunstflug, rasanten Streckenflug (auch bei böiger Luft) und Speedflüge (bis 250 km/h) macht die Ausführung in 2-fach-Kohle allemal klaglos mit.

 

Für den thermikspezifischen Einsatz möchte ich die Version mit 8,4 Metern verwenden. Durch die niedrigere Flächenbelastung verspreche ich mir ausgedehnte und ruhige Thermikflüge. Außerdem sieht die ASH-31 als Langohr einfach nur g... genial aus.

Zusätzlich habe ich noch die Außenflügel für die 7,2 Meter Version geordert. Da ich mit meinem Schleppkollegen Marko auch an F-Schlepp-Wettbewerben teilnehme, bin ich überzeugt, dass für den F-Schlepp die wendigere Version geeigneter ist. Auch beim Einsatz bei windigen Wetterlagen und im Gebirge bringt die kurze Version diverse Vorteile.

Also: wenn schon, denn schon.

 

Wasserballast: Die Flügelnasen meiner ASH-31 können 4 Liter Wasser aufnehmen. Feine Sache, das sprüht beim Ablassen so schön und glitzert genial in der Sonne. Im Nachhinein gesehen war diese Order Blödsinn. Da hatte ich nicht genug nachgedacht. Mit 4 Liter Wasser an Bord kommt das Abfluggewicht auf über 25 kg und 2 Liter Wasser (oder weniger) machen sicher keinen Spaß. Aber vielleicht kann ich die Aufballastierung mal irgendwo im Ausland ganz frech ausprobieren. Darf man in Spanien mit mehr als 25 kg fliegen? (*träum*)

 

Jetzt sitze ich also im Auto und fahre auf den vereinbarten Modellflugplatz zur Abholung meiner ASH-31. Das darf nicht wahr sein!

Wie der Zufall so will, habe ich durch diese Aktion wieder Kontakt zu einem Modellflugkollegen bekommen, von dem ich schon Urzeiten nichts mehr gehört hatte. Wir haben uns für die Übergabe zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen und er sitzt nun neben mir im Auto. Wir sind beide unendlich gespannt, was uns erwarten wird. Nostalgische Geschichten und aktueller Erfahrungsaustausch verkürzen uns die Fahrzeit. Er holt übrigens seinen Arcus ab.

 

Endlich sind wir auf dem Modellflugplatz angekommen. Ein unheimlich weiträumiges und ebenes Gelände treffen wir an. Ein herrlicher Platz. Oder hat da unser positives Feeling etwas nachgeholfen? Auf jeden Fall hat es sich wohl rumgesprochen, dass hier die Übergabe von etwas Besonderem stattfinden soll. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei diesem eisigen Wind weitere Modellflieger vor Ort sind? Nur die Sonnenstrahlen können es nicht sein. Die Kumpels werden doch nicht neugierig sein?

 

Gespannt laden wir die edlen, weiß glänzenden Teile aus dem Lieferfahrzeug aus und bauen unsere Traumschiffe sofort auf. Die Bauausführung ist genial und die einzelnen Komponenten passen ausgezeichnet zusammen. Die erste Foto-Session kann beginnen.

 

Jetzt gehört sie mir …

 

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