Erstflug der ASH-31 Mi

Ostern 2011 – Wir, meine Frau und ich, sitzen im Auto auf dem Weg nach Worndorf. Meine beiden Töchter haben leider keinen Platz mehr im Auto, sie fahren hinterher, wollen bei diesem Ereignis natürlich auch mit dabei sein. Mich plagen wieder leise Zweifel, ob es richtig war, so viel in das neue Modell investiert zu haben. Aber man gönnt sich ja sonst nichts

Jetzt liegt sie neben mir – meine ASH-31 Mi. Der Beifahrersitz ist umgeklappt, die beiden hinteren Sitze sind entfernt. Der Rumpf reicht bis zum Armaturenbrett. Die Flügel liegen vorne unter der Windschutzscheibe, hinten liegen sie auf der Kofferraumabdeckung, sicher gehalten von den beiden Sicherheitsgurten. Die Sicht auf den rechten Außenspiegel ist durch das sehr hohe Seitenleitwerk etwas eingeschränkt, aber es geht.

 

Marko ist bereits dabei, seine YAK 112 aufzubauen. Er wird damit die ASH-31 zum Erstflug per F-Schlepp in die Luft bringen. Diese Schleppmaschine hat sich bereits bei sehr vielen Schlepps bestens bewährt und hat durch ihre Power sicher kein Problem die fast 24 kg schwere ASH zu beschleunigen.

 

Fotograf Markus ist auch schon zur Stelle, er soll die ersten Eindrücke auf den Chip brennen. Auch bei ihm ist die ganze Familie mit dabei, so dass sich mittlerweile doch einige Leute auf dem Platz eingefunden haben.

 

Aber zunächst einmal aufrüsten. Die Flügel gehen nur problematisch zusammen. Die Holmstummel und die Torsionsbolzen müssen alle zur selben Zeit an der richtigen Stelle zueinander fluchten. Das funktioniert noch nicht nach meinem Wunsch. Es kann ja nicht sein, dass ich bei jedem Aufrüsten Unterstützung eines Helfers in Anspruch nehmen muss. Die Flügel haben zudem ja ein gewisses Gewicht und da werden Arme und Schulter schnell lahm bei diesem Prozedere. Komisch, zu Hause auf der Terrasse ging das doch einwandfrei.

Nun versuche ich mal erst den linken Flügel anzubringen und die rechte Seite in Position zu wuchten. Und siehe da: Klack, Klack und alle Bolzen fallen wie von selbst an ihren Bestimmungsort. So muss es sein. Nun noch die Holmzungen durch den Hauptbolzen sichern, dann kann nichts mehr wegfallen.

Die Außenflügel sind schnell angesteckt und das Höhenleitwerk ist fix aufgeschraubt und angeschlossen. Fahrwerk ausfahren und alle Akkus anschließen, das war’s.

 

Das Wetter passt. Es ist nicht zu windig und mit Thermikböen ist heute nicht zu rechnen. Nun geht mir der gesamte Check nochmals durch den Kopf. Schwerpunkt ist auf der sicheren Seite. EWD wurde nachgemessen. Alle Ruder bewegen sich, auch die Richtung der Ausschläge stimmt. Akkus sind alle voll und korrekt angeschlossen. Die Flugphasen sind ordentlich programmiert, auch das Fail-Safe.

Das Klapptriebwerk wird noch geprüft und kurz angelassen, die Schleppkupplung getestet. Auf den Reichweitentest verzichte ich auch bei 2,4 GHz nicht. Mit meiner Weatronic kann ich mich bei verminderter Sendeleistung extrem weit vom Empfänger entfernen, ohne dass der Rückkanal Störung meldet, alles OK.

 

Marko spannt mit seiner YAK das Seil. Die Anfangsbeschleunigung ist merklich geringer als mit meinen anderen Modellen. 24 kg Abfluggewicht fordern ihren Tribut. Die Ruder sind aber schnell wirksam, so dass ich rasch die Kontrolle habe. Die Wölbklappen fahre ich nun positiv und die 31 hebt ab.

 

Die Waldkante nähert sich und der Schleppzug macht seine erste 90 Grad Kurve. Fahrwerk noch rein, um den Widerstand durch das große Rad zu reduzieren. Der F-Schlepp ist ruhig. Viel ruhiger als mit jedem anderen Modell das ich bisher geflogen habe. Die hohe Masse und die große Spannweite lassen diesen Vogel ruhig in der Luft liegen. Die 3 weiteren 90 Grad Kurven verlaufen vollkommen unproblematisch. Das Rechteck ist geschafft. Ausklinken in 250 Meter. Die Schleppmaschine taucht ab, danke dir Marko.

Das Vario meldet sich: Querruder und Seitenruder rechts – und rein in den Kreis. Bis sich die Querlage ändert dauert es etwas länger und man muss deutlich Seitenruder geben! Einmal im Kreis muss man dann sehr wenig korrigieren, ich lass den Vogel einfach fliegen!

400 Meter sind erreicht. Aufrichten und gerade aus! Wölblappen negativ. Ein Moment um die Querachse ist dabei nicht feststellbar. Es ist beeindruckend wie wenig Höhe man auf Strecke verliert. Dieses Flugzeug frisst Kilometer! Genial.

 

Fahrt herausnehmen, die Ausgangshöhe wird annähernd wieder erreicht! Das Herantasten an die Mindestgeschwindigkeit bringt keine Überraschung. Optisch bewegt sich die ASH trotz ihrer Masse so kaum noch vorwärts. Wird dieser Zustand heftig übertrieben, fallen die 24 kg jedoch (erwartungsgemäß) weit vom Himmel. Der Schwerpunkt kann noch weiter nach hinten verlegt werden. Ruderausschläge passen. Super majestätisches Flugbild. Ich bin begeistert!

 

Wieder in 200 Meter Höhe angekommen kann ich es nicht lassen: Abschwung über den linken Flügel, Wölbklappen negativ, Platzüberflug in 10 Meter Höhe. Es ist unheimlich leise in der Luft. Selbst bei dieser Geschwindigkeit ist von Widerstand kaum etwas zu hören. Gänsehautfeeling! Fahrt in Höhe umsetzen, hochgezogene Kehrtkurve rechts und erneut über den Platz. Der Fahrtüberschuss verringert sich nur geringfügig. Es reicht noch einmal für einen flotten Vorbeiflug

Trotzdem wird es Zeit an die Position zu fliegen. Viel zu hoch komme ich dort an. Also Fahrwerk raus und Klappen gesetzt, Fahrt auf etwa 60 km/h. Queranflug und Eindrehen in den Endteil. Landestellung setzen. Das Erlebnis ist beeindruckend. Durch das Setzen der Landestellung wird der Koffer mächtig abgebremst. Die Störklappen vernichten zusätzlich sicher und penetrant die überschüssige Höhe. Böen sind kaum spürbar. Die Querruder sind auch in Landekonstellation gut wirksam. Die Masse und die Spannweite sorgen für einen ruhigen Anflug.

 

Ausschweben und Aufsetzen.

 

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